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FAQ für Kfz-Betriebe in der "Corona-Krise"

FAQ für Kfz-Betriebe in der „Corona-Krise"

 

Stand 06.04.2020

 

Übersicht:

 

 1. Soforthilfeprogramm des Bundes und der Länder zur Liquiditätssicherung

 2. Steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte

 3. KfW-Sonderprogramme zur Liquiditätsverbesserung und zur Deckung der lfd. Kosten, Neues Kreditinstrument: KfW-Schnellkredite ab dem 06.04.2020

 4. Rund um das Kurzarbeitergeld (KUG)

 5. 100% Beratungsförderung der BAFA für vom Corona-Virus betroffene Unternehmen Stand: 03.04.2020

 6. Interne betriebliche Maßnahmenpläne zur Sicherstellung der betrieblichen Liquidität

 

1. Soforthilfeprogramm des Bundes und der Länder zur Liquiditätssicherung (ohne Rückzahlung)

 

 Wer wird gefördert?

 Alle Betriebe, die

 - bei einem deutschen Finanzamt gemeldet sind

 - Bundesweit: bis 5 bzw. bis 10 Mitarbeiter beschäftigen

Je nach Bundesland gibt es Programm für Betriebe ab 11 Mitarbeitern

 

Wer zählt als beschäftigter Mitarbeiter?

Alle angestellten Mitarbeiter inklusive Chef. Das gilt auch für Teilzeit-Mitarbeiter. Alle nicht-Vollzeit-Mitarbeiter müssen auf einen Vollzeit-Mitarbeiter umgerechnet werden (Vollzeitadäquat):

Stichtag für die Berechnung der Mitarbeiterzahl ist der 31.12.2019.

Zur Umrechnung von Teilzeitkräften und 450 Euro-Jobs in Vollzeitbeschäftigte gilt:

 - Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5

 - Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,7

 - Mitarbeiter über 30 Stunden & Auszubildende = Faktor 1

 - Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3

Der/Die Unternehmer/in selbst ist mitzuzählen. Auszubildende werden nur mitgezählt, solange durch ihre Anrechnung nicht die Förderobergrenze überschritten wird. Als Beschäftigter zählt, wer mit dem Unternehmen zum o.g. Stichtag einen laufenden Arbeitsvertrag hat/hatte.

 

Wie viel wird gefördert?

 - Bis zu 5 Beschäftigte: 9.000 € für 3 Monate

 - Bis zu 10 Beschäftigte: 15.000 € für 3 Monate

 - Über 10 Beschäftigte: Je nach Bundesland zwischen 20.000-40.000 €

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

 - Wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona nach dem 11.03.2020, vorher muss das Unternehmen gesund gewesen sein.

 - Wenn Betrieb nicht mehr in der Lage ist (oder kurzfristig sein wird) die lfd. Betriebskosten wie Miete, Kredite, Leasingraten etc. zahlen zu können

oder

 - Wenn der Umsatz des Monats April bzw. Mai 2020 weniger als 50% des entsprechenden Vorjahresmonats beträgt oder betragen wird

oder

 - Wenn der Betrieb aufgrund behördlicher Anordnung geschlossen wurde.

 

Wo kann ich die Soforthilfen in den einzelnen Bundesländern beantragen?

Siehe Anlage: Informationen von Banken, Landesförderinstituten und Wirtschaftsministerien der Länder zur Corona-Hilfe

 

2. Steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte

 

Welche Steuerlichen Hilfsmaßnahmen kann ich als Unternehmer in Anspruch nehmen?

 - Stundung von Steuerzahlungen:

Wenn Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, können diese Zahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 bei ihrem Finanzamt stellen.

 

 - Anpassung von Vorauszahlungen:

Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommens- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Hierfür können sie bei Ihrem Finanzamt einen Antrag stellen. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.

 

 - Zurückholen gezahlter Umsatzsteuer-Vorauszahlungen:

Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können getätigte Vorauszahlungen auf Basis der Monate 01-11/2019 auf die Umsatzsteuer zurück überweisen lassen (01/11 Regelung), welche i.d.R. im 1. Quartal 2020 abgebucht wurde.

 

Wer kann für den Unternehmer die Steuerlichen Hilfsmaßnahmen veranlassen?

Dies wird in der Regel vom Steuerberater veranlasst, aber auch die Buchhaltung bzw. Lohnbuchhaltung kann die Hilfsmaßnahmen veranlassen.

 

Sollte ich als Unternehmer die Steuerlichen Hilfsmaßnahmen auch dann wahrnehmen, wenn ich derzeit noch über ausreichend Liquidität verfüge?

Ja, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind in jedem Fall. Die Sicherstellung der Liquidität des Unternehmens geht in den Zeiten der Unsicherheit bzgl. der Länge oder der Tragweite der Corona-Krise immer vor. Dazu gehören in 1. Line auch die Wahrnehmung der steuerlichen Liquiditätsvorteile, auch wenn diese später dennoch bezahlt werden müssen.

 

Welche steuerlichen Maßnahmen kann der Unternehmer für seine Mitarbeiter geltend machen?

 

Für alle MA in den systemrelevanten Berufen (dazu gehören auch die meisten Kfz-Betriebe) können Sonderboni vom Unternehmer für 2020 gezahlt werden und sind bis zu 1.500 € steuerfrei.

„Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro im Jahr 2020 steuerfrei auszahlen oder als Sachlohn gewähren. Dazu zählt beispielsweise auch ein Zuschuss des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld. Voraussetzung ist, dass Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden“.

 

Wird auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden vom Finanzamt bis Ende 2020 verzichtet?

Ja, auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll bis zum Ende des Jahres verzichtet werden. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommens- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer.

 

3. KfW-Sonderprogramme zur Liquiditätsverbesserung und zur Deckung der lfd. Kosten, Neues Instrument: KfW-Schnellkredite ab dem 06.04.2020

 

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um KfW-Sonderkredite zu erhalten?

 - Wichtig ist, dass Ihr Unternehmen vor der Corona-Krise (vor dem 31.12.2019) keine Liquiditätsschwierigkeiten hatte und sich die wirtschaftliche Lage nicht wesentlich verschlechtert hat. Die Kapitaldienstfähigkeit muss gegeben sein – das heißt, Sie müssen weiterhin zahlungsfähig sein und Ihren Kredit zurückzahlen können. Ob das so ist, berechnet Ihre Bank anhand Ihrer Ist-Zahlen vor der Coronakrise und unter Berücksichtigung Ihres beantragten KfW-Kredits.

 

 - Ihr Unternehmen muss länger als 5 Jahre am Markt sein.

 

Für junge Unternehmen, welche weniger als 5 Jahre am Markt sind (mindestens 3 Jahre aktiv am Markt), existieren andere Förderkredite der KfW. Max. Kredithöhe hierfür:

 - 25 % des Jahresumsatzes 2019

oder

 - das doppelte der Lohnkosten von 2019

oder

 - den aktuellen Finanzierungs­bedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unter­nehmen bzw. 12 Monate bei großen Unter­nehmen

 

Wie hoch kann mein Kreditbetrag sein?

Der Kredithöchstbetrag liegt bei

 - 25 % Ihres Jahresumsatzes 2019

oder

 - dem Doppelten Ihrer Lohnkosten 2019

oder

 - Ihrem Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen.

Es gilt das Kriterium, bei dem der höchste Kreditbetrag für Sie möglich ist.

 

Wo beantrage ich Hilfen aus dem KfW-Sonderprogramm?

Bitte wenden Sie sich an einen Finanzierungspartner, zum Beispiel an Ihre Bank oder Sparkasse. Kredite können Sie nicht direkt bei der KfW beantragen.

 

Wie hoch ist die Haftungsübernahme der KfW für die Sofortkredite?

Bei der KfW-Corona Hilfe übernimmt die KfW derzeit 90% des Ausfallrisikos (die Hausbank entsprechend nur 10%). Als Kreditnehmer haften Sie zu 100% für die Rückzahlung.

 

Kann ich die Hilfen aus dem KfW-Sonderprogramm auch direkt bei der KfW beantragen?

Nein, die Anträge laufen ausschließlich über Ihre Hausbank. Kredite können Sie nicht direkt bei der KfW beantragen.

 

Welche Unterlagen benötige ich für ein entsprechendes Gespräch mit meiner Hausbank/Bank?

Bitte nehmen Sie die Jahresabschlüsse der letzten beiden Jahre mit. Sollte Ihnen für 2019 noch kein Jahresabschluss vorliegen, legen Sie bitte die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) vom Dezember 2019 vor. Alles Weitere besprechen Sie mit Ihrer Bank vor Ort.

 

Welche Sicherheiten muss ich stellen?

Art und Höhe der Sicherheiten vereinbaren Sie mit Ihrer Bank.

 

Was mache ich, wenn meine Bank den Antrag ablehnt?

Jede Bank entscheidet nach eigenem Ermessen, ob sie Ihren Antrag unterstützt. Sie können gerne bei einem anderen Finanzierungspartner anfragen. Jede Geschäftsbank, Genossenschaftsbank oder Sparkasse kommt in Frage.

 

Welche Konditionen, Laufzeiten und Zinssätze haben die KfW-Sonderkredite?

Folgende Laufzeit­varianten stehen Ihnen bei einem Zinssatz von 1-1,5% zur Ver­fügung:

 

Investitionen: bis zu 5 Jahre bei höchstens 1 Tilgungs­freijahr und einer Zins­bindung für die gesamte Kredit­laufzeit

 

Betriebsmittel inklusive Warenlager:

 - bis zu 2 Jahre mit Tilgung in einer Summe am Laufzeit­ende und einer Zins­bindung für die gesamte Kredit­laufzeit

 - bis zu 5 Jahre bei höchstens 1 Tilgungs­freijahr und einer Zins­bindung für die gesamte Kredit­laufzeit

 

Was wird von der KfW gefördert?

Mit dem KfW-Unternehmerkredit wird alles gefördert, was für Ihre unter­nehmerische Tätigkeit not­wendig ist. Dazu zählen:

 - Investitionen, die einen nach­haltigen wirtschaft­lichen Erfolg erwarten lassen

 - Betriebsmittel (Mittel zur Gewähr­leistung des laufenden Betriebes)

 - Warenlager

 - Erwerb von Vermögens­werten aus anderen Unter­nehmen, auch Über­nahmen und tätige Be­teiligungen

 

Das Förderprodukt kommt nicht in Frage für:

 - Umschuldungen von bis zum 12.03.2020 ge­währten Krediten

 - Nachfinanzierungen, Anschluss­finanzierungen und Prolongationen

 

Existieren auch Kreditbürgschaften für meine Hausbank?

Wenn Ihre Bank auf Grund fehlender Sicherheiten nicht in der Lage ist, Ihnen einen Kredit zur zeitlichen Überbrückung zu gewähren, können Bürgschaftsbanken bis zu 80 Prozent des Risikos übernehmen. Das ist jedoch keine KfW Leistung“!

Link zu den relevanten Bürgschaftsbanken in Deutschland: https://www.vdb-info.de/media/file/21641.Flyer_Buergschaftsbanken.pdf

 

Was sind KfW-Schnellkredite gemäß der Pressekonferenz KfW am 06.04.2020?

Die Bundesregierung spannt einen weiteren umfassenden Schutzschirm für den Mittelstand angesichts der Herausforderungen der Corona-Krise. Auf Basis des am 03.04.2020 von der EU-Kommission veröffentlichten angepassten Beihilfenrahmens führt die Bundesregierung umfassende KfW-Schnellkredite für den Mittelstand ein.

 

Mit dem KfW-Schnellkredit legt die Bundesregierung jetzt ein weiteres Programm auf, das neben die bereits bestehenden Angebote tritt. Es wendet sich an kleinere und mittlere Firmen und Betriebe, die jetzt sehr rasche Unterstützung benötigen.

 

Die KfW-Schnellkredite für den Mittelstand umfassen im Kern folgende Maßnahmen:
 „Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein „Sofortkredit“ mit folgenden Eckpunkten gewährt werden"

 

 - Der Schnellkredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.

 - Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 3 Monatsumsätzen des Jahresumsatzes 2019, maximal € 800.000 für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal € 500.000 für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50 Mitarbeitern.

 - Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.

 - Zinssatz in Höhe von aktuell 3 % mit Laufzeit 10 Jahre.

 - Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 % durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

 - Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.“

 

4. Rund um das Kurzarbeitergeld (KUG)

 

Wer ist Ansprechpartner für die Anzeige bzw. den Antrag auf KUG?

Die Agentur für Arbeit am Betriebssitz, hier der Link: https://www.arbeitsagentur.de/weiterleitung/1463059652794


Wie lange kann ich KUG in Anspruch nehmen?

Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich. Unterbrechungen der Kurzarbeit von mindestens 1 Monat können die Bezugsfrist verlängern

Achtung: Bei Unterbrechungen der Kurzarbeit von 3 Monaten und länger muss Kurzarbeit wieder neu angezeigt werden

 

Für welchen Arbeitnehmer kann ich KUG in Anspruch nehmen?

Alle Arbeitnehmer, auch befristet Beschäftigte und Leiharbeiter sind möglich, i.d.R. nicht für Azubis!

 

Können gekündigte Arbeitnehmer/innen KUG erhalten?

Nein, gekündigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ab Ausspruch der Kündigung kein Kurzarbeitergeld erhalten!

 

Was ist die Höchstgrenze für Arbeitnehmer, die KUG in Anspruch nehmen?

Die Grenze ist die Beitragsbemessungsgrenze von 6.900 € Brutto/Monat.

 

Wo und wie kann ich das Nettoeinkommen meiner Arbeitnehmer nach Inanspruchnahme des KUG berechnen?

Das Nettogehalt nach KUG lässt sich am besten mit diesem Link für jeden Arbeitnehmer berechnen: https://www.nettolohn.de/rechner/kurzarbeitergeld.html

 

Kann ich die noch ausstehenden die Überstunden der Mitarbeiter, für die ich KUG beantragt habe, auch auszahlen?

Nein, die Überstunden müssen i.d.R. zunächst abgetragen werden.

 

Kann ich das KUG als freiwillige Arbeitgeberleistung aufstocken?

Ja, bis max. 80% des Nettolohns ohne Lohnnebenkosten, bei Aufstockung auf 81-100 % muss ich jedoch die vollen Lohnnebenkosten bezahlen.

 

Muss ich bei als Arbeitgeber bei der Zahlung der Löhne in Vorleistung gehen?

Ja, das Kurzarbeitergeld ist eine Erstattungsleistung und wird rückwirkend an den Arbeitgeber gezahlt.

Auch der Sozialversicherungsbeitrag muss weiterhin – mit dem Lohn – vom Arbeitgeber abgeführt werden (d.h. der volle Beitrag für Arbeitgeber und Arbeitnehmer-Anteil zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung). Sie erhalten als Arbeitgeber die volle Erstattung der gezahlten Beiträge befristet - bis Ende 2020.

 

Müssen Nachweise über die Arbeitszeiten geführt werden?

Ja, es ist zwingend erforderlich Arbeitszeitnachweise, aus denen die tägliche Arbeitszeit ersichtlich ist, zu führen. Die Angabe in der Anzeige ist eine erwartete Verteilung – eine Einschätzung, die im Nachhinein mit der tatsächlichen Abrechnung konkretisiert wird.

Während der Kurzarbeit sind Arbeitszeitnachweise der betroffenen Arbeitnehmer/innen zu führen.

Vorlagen dafür gibt es nicht. Zu erfassen ist in Stunden, wann die/der Arbeitnehmer/in tatsächlich gearbeitet hat, wann Urlaub war, Überstunden abgebaut wurden, andere Fehlzeiten vorlagen und wann Kurzarbeit war.

Diese und die Lohnabrechnungen dienen der Prüfung des Anspruchs nach Beendigung der Kurzarbeit.

 

Sollte ich schon eine Anzeige zum KUG aufgeben obwohl ich derzeit noch keinen aktuellen Bedarf habe?

Ja, das sollte man i.d.R. tun. Die Anzeige zum KUG verpflichtet noch nicht zur Durchführung. Dies muss nach Bearbeitung der Agentur für Arbeit noch bestätigt werden. Ich bin aber dann im Fall der Fälle gerüstet. Aufgrund der derzeitigen Corona Situation werden wirtschaftliche Ursachen und unabwendbare Ereignisse sicher immer vorliegen.

 

5. 100% Beratungsförderung der BAFA für vom Corona-Virus betroffene Unternehmen

 

Stand: 03.04.2020

 

Gibt es im Zuge der Corona-Krise Beratungszuschüsse von 100% für Unternehmensberatungen?

Ja, ab dem 03.04.2020 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Abstimmung mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die bestehende Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows um ein Modul für Corona betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Freiberufler zunächst bis 31. Dezember 2020 im Sinne eines Sofortprogramms ergänzt.

Die betroffenen Unternehmen erhalten einen Zuschuss für eine Beratungsleistung in Höhe von 100 %, maximal jedoch 4.000 Euro, der in Rechnung gestellten Beratungskosten (Vollfinanzierung).

Es können von betroffenen Unternehmen bis zur Ausschöpfung der maximalen Zuschusshöhe mehrere Beratungen im Rahmen des neuen Kontingentes beantragt werden.

Der Zuschuss wird vom BAFA als Bewilligungsbehörde direkt auf das Konto des Beratungsunternehmens ausgezahlt. Die antragsberechtigten Unternehmen werden daher von einer Vorfinanzierung der Beratungskosten entlastet.

Anträge auf Förderung einer Beratung nach diesen Bestimmungen können zunächst bis einschließlich 31. Dezember 2020 gestellt werden.

Die Beantragung erfolgt über die entsprechend bei der BAFA gelisteten Unternehmensberatungen. (z.B. auch zülchconsulting GmbH)

 

Wer kann solche Beratungszuschüsse beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, die unter wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund des Coronavirus leiden. Die konkreten Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf den Antragsteller und insbesondere die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen und Handlungsempfehlungen sind vom Beratungsunternehmen im Beratungsbericht nachvollziehbar darzustellen.

Es können von betroffenen Unternehmen bis zur Ausschöpfung der maximalen Zuschusshöhe mehrere Beratungen im Rahmen des neuen Kontingentes beantragt werden. Die Beratung muss sich dabei auf die durch die Corona-Krise hervorgerufenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten beziehen.

 

6. Interne betriebliche Maßnahmenpläne zur Sicherstellung der betrieblichen Liquidität

 

Die Sicherstellung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit vor dem Hintergrund der veränderten Situation und Auftragslage durch die Corona-Krise ist derzeit i.d.R. die wichtigste unternehmerische Aufgabe. Daher sollten sich die Kfz-Betriebe zeitnah um die Aufstellung eines konkreten Maßnahmenplan kümmern, der zum einen die Liquiditätssituation sicherstellt und zum anderen auch konkrete Umsetzungsmaßnahmen im Betrieb anstößt.

Im Folgenden haben wir ein grobes Raster zu einem möglichen Maßnahmenplan zusammengestellt.

 

1. Zunächst sollte der Kfz-Betrieb alle oben aufgeführten staatliche geförderten Möglichkeiten zur Liquiditätssicherstellung nutzen

 

2. Im nächsten Schritt sollten die Top Kunden gezielt angesprochen werden.

Dadurch kann die laufende Kommunikation sichergestellt und Handlungsfähigkeit signalisiert werden. Es gilt hier den Kontakt zu halten und die laufende Liquidität abzusichern. Ziel sollte sein, die Zahlungsziele zu verbessern und ggfs. neu abzustimmen. Eine Verkürzung der Zahlungseingänge um z.B. 5 - 10 Tage bedeutet einen erheblichen Liquiditätsvorteil. Auch die laufenden Konditionen (vereinbarte Provisionen etc.) sollten in dem Zuge nochmal angesprochen werden.

3. Laufenden Kontakt zur Hausbank halten:

 - Ist die Verfügbarkeit des Ansprechpartners sichergestellt?

 - Aktueller Kontosaldo bzw. Verfügbarkeit der Kontokorrentlinie prüfen

 - Ist eine Liquiditätsreserve als Worst-Case vorhanden?

 - Erfüllt der Betrieb die Voraussetzungen für die Beantragung der KfW-Kredite?

 

4. Das bestehende Mahnwesen auf den Prüfstand stellen

Die Debitorenlaufzeit sollte nicht wesentlich höher als 30 Tage liegen, damit zahlen die Kunden im Schnitt erst nach 4 Wochen!
Datengrundlage:

 

Aktuelle Liste in drei unterschiedlichen Sortierungen ansehen:

 - Nach Höhe der offenen Forderungen

 - Nach Fälligkeit der Forderung

 - In alphabetischer Sortierung

 

Die Auflistung der vereinbarten Zahlungsziele aller Kunden als Grundlage für die Liquiditätsplanung der nächsten Wochen verwenden. Alle Kunden mit Status größer 30 Tage sollten telefonisch kontaktiert werden!

 

5. Die Mahnungsroutine muss eine fest integrierte Routine im innerbetrieblichen Controlling darstellen:

Alle Zahlungseingänge je Kunde werden regelmäßig kontrolliert sowie bei Zahlungsverzug eine automatische Erinnerung versandt.

 

6. Beobachtung der weiteren Entwicklung der Personalkosten in den nächsten Wochen:

Wurde das Kurzarbeitergeld bereits beantragt? Werden die geleisteten Arbeitszeiten täglich dokumentiert?

 

Die weitere Personalplanung muss auf die künftige Geschäftsentwicklung abgestimmt werden: (Wen brauche ich wann?)

 - Werkstattabläufe

 - Administrative Abläufe

 - Wer ist Entscheider in Schlüsselpositionen?

 

In ca. 4 Wochen sollte die jetzt definierte Personaldecke erneut auf den Prüfstand gestellt werden.

 

7. Überprüfung der weiteren betrieblichen Kostenstrukturen:

Kann die Miete für 1-3 Monate gestundet werden? Die persönliche Kontaktaufnahme mit dem Vermieter ist hier immer sinnvoll.

 

Werbekosten sollten derzeit alle auf den Prüfstand und auf Aussetzung hin überprüft werden.

 

Investitionen, welche derzeit nicht dringend notwendig sind bzw. verschoben werden können, sollten bis zur Klärung der Auswirkungen der Krise zunächst zurückgehalten werden.

 

8. Ausarbeitung interner Risikopläne

Flotten, Leasingfirmen und Steuerer werden ggfs. von den Betrieben wissen wollen, welche Sicherheitsmaßnahmen diese eingerichtet haben, um den Betriebsablauf bei z.B. im Quarantäne-Fall eines Mitarbeiters sicherstellen zu können (Einführung eines 2- Schichtsystems, Arbeitgeberbestätigungen für die Mitarbeiter um bei Verhängung einer Ausgangssperre in den Betrieb fahren zu können, etc.). Bereiten Sie sich hier für entsprechende Nachfragen vor.

 

Bergisch Gladbach, 06.04.2020

 

zülchconsulting GmbH

Michael Zülch